eMobility: Elektroauto als Nutzfahrzeug?

Auch wenn verschiedene Fahrzeugmotoren auf unseren Straßen zur Feinstaubbelastung beitragen, ist es kein Geheimnis, dass vor allem Diesel-Motoren momentan nicht das beste Standing haben. Dennoch zählen einige Unternehmen weiterhin auf diesen Antrieb, da speziell mit Dieselmotoren Langstrecken effizient und wirtschaftlich zurückgelegt werden können.

eMobility

eMobility (oder auch Elektromobilität) beschreibt die Nutzung von Fahrzeugen, die mittels elektrischer Energie betrieben werden. In der Regel verfügen diese Fahrzeuge über einen Akku, der über Ladestationen wieder aufgeladen wird. Durch den stetig ansteigenden (Güter-)Verkehr und die damit zusammenhängende globale Erwärmung sind Automobilhersteller seit Jahren bemüht, Alternativen zum Verbrennungsmotor zu schaffen. Durch unser steigendes Umweltbewusstsein werden diese Elektro-Alternativen auch sehr gerne angenommen.

eMobility und PKW

Vor allem für Privatpersonen gewinnen Elektroautos immer mehr an Bedeutung. Der Schutz unserer Umwelt ist mehr Thema als je zuvor – damit auch die Nachfrage nach Elektroautos, der Automobilhersteller eifrig nachkommen. Speziell für den Nah-und Stadtverkehr und für Kurzstrecken sind Elektroautos die perfekten Fortbewegungsmittel.

Wo es Vorteile gibt, …

… gibt es auch Nachteile. Es gibt drei drei wesentliche Punkte, die den Hype um die batteriebetriebenen Fahrzeuge etwas bremsen. Vielleicht waren Sie selbst schon damit konfrontiert:

  • Hohe Anschaffungskosten: obwohl es in Österreich und Deutschland bereits attraktive Förderpakete gibt, sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen, die die Anschaffung von Elektroautos forcieren sollen, sind die Anschaffungskosten deutlich höher als bei Fahrzeugen mit Diesel- oder Benzinmotor.
  • Geringe Reichweite: auch wenn sich Elektroautos ideal für das Fahren im urbanen Raum und für kurze Strecken eignen, sind sie (noch) nicht auf Langstrecken ausgelegt. So haben die meisten dieser Fahrzeuge eine Reichweite von lediglich 100-200 km.
  • Wenige Ladestationen: die Infrastruktur für das Aufladen der Elektroautos ist derzeit noch nicht weit genug ausgebaut, um bedenkenlos weite Strecken zurücklegen zu können. Zudem beträgt die Aufladungsdauer verhältnismäßig lange.

eMobility und Nutzfahrzeug

Die oben genannten Nachteile eines Elektroautos sind weniger im PKW-Bereich, dafür aber umso mehr im NFZ-Bereich spürbar. Zwar befürworten viele Unternehmen eine saubere und klimafreundliche Lösung und würden auf Elektromobilität umsteigen, aber die Probleme liegen auf der Hand: Nutzfahrzeuge sind oft den ganzen Tag unterwegs und legen dabei enorme Strecken zurück. Mit der geringen Reichweite und den vergleichsweise wenigen Ladestationen (und langen Ladezeiten!) ist eine reibungslose und effektive Arbeitsabwicklung nicht möglich. Ganz zu schweigen von den Kosten, die alleine bei der Anschaffung des Fuhrparks anfallen würden. Nutzfahrzeughersteller sind dennoch zuversichtlich und auch bemüht, entsprechend aufzurüsten: so ist seit vergangenem Jahr beispielsweise der Kastenwagen e-NV200 von Nissan am Markt, noch 2017 soll der VW e-Crafter gelauncht werden und auch MAN Truck & Bus hat bereits angekündigt, reine Elektro-Nutzfahrzeuge herstellen zu wollen.

Die goldene Mitte

Der eMobility-Markt entwickelt sich stetig weiter und es ist vermutlich nur noch eine Frage der Zeit, wann die Reichweiten höher, die Anschaffungskosten niedriger und die Lade-Infrastruktur besser ausgebaut ist. Viele Unternehmen gehen allerdings bereits jetzt einen Mittelweg und steigen auf Plug-In-Hybride um: diese Fahrzeuge werden ebenso mittels Netzstrom aufgeladen und verfügen außerdem noch über einen Verbrennungsmotor, um zusätzliche Reichweite zu gewinnen. Aus einer Studie von Deloitte geht hervor, dass in den kommenden 10 Jahren 13% aller Trucks einen alternativen Antrieb besitzen werden (hauptsächlich Plug-In-Hybrid).

In welche konkrete Richtung der Trend geht, bleibt vorerst allerdings offen. Ebenso ist es eine Frage der Zeit, ob und wann Unternehmen ihren Fuhrpark auf Elektroautos umstellen. Wenn Sie offen dafür sind, sollten Sie auf jeden Fall eine sorgfältige Analyse Ihres bestehenden Fuhrparks vornehmen, um Gewissheit zu haben, ob sich entstehende Mehrkosten und -aufwand auf die Dauer rechnen.

eHighway

Gibt es sinnvolle Alternativen zu Elektroautos im NFZ-Bereich? Eine etwas andere Möglichkeit für klimaneutrales Fahren befindet sich momentan noch in der Testphase und ist weit komplexer. An dieser Stelle bekommt der Begriff eHighway eine zentrale Bedeutung: Nutzfahrzeuge sollen zukünftig nicht mehr mit Kraftstoff, sondern an Oberleitungen über die Autobahn rollen. Durch die stetige Verbindung mit den Oberleitungen könnten die Fahrzeuge durchgehend fahren und das Problem mit der zu geringen Reichweite wäre gelöst. Auf Teststrecken soll nach und nach geprüft werden, ob sich der Um- und Ausbau der Autobahnen zu eHighways lohnt. Wie sich dann weitere  Probleme lösen lassen (kein Überholen möglich, kein Befahren von Strecken ohne Oberleitung möglich…) ist ein anderes Thema.

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