Transportbox: Wieso Eigenbau Unsinn ist

Hans Maurer, ein erfolgreicher Bauunternehmer, hat kürzlich einen Artikel über Ladungssicherung gelesen. Er hat sich daher entschlossen, seine Pritsche mit einer selbstgebauten Transportbox auszustatten. Loses Transportieren von Werkzeug und Material soll der Vergangenheit angehören.☝

Der Unternehmer stellt sich dazu einige Fragen:

Wie soll die Werkzeugbox aussehen?

Er denkt sich, ein Zugang von oben durch einen Deckel ist ausreichend. Seitlich und unten soll die Boxen geschlossen sein. Des Weiteren soll ein Vorhangschloss angebracht werden, damit Dieben die Chance auf Beute untersagt bleibt.

Welches Material nehme ich?

Die Entscheidung fällt auf eine Box aus Metall. Da Holz nicht so witterungsbeständig und langlebig ist und Kunststoff ihm nicht stabil genug erscheint. Metall ist kratzfest und robust, er entscheidet sich speziell für Alu-Riffelblech. Das ist günstig und weist ein geringes Gewicht auf. Die Werkzeugkiste möchte er dann am Fahrzeug verschrauben.

Welche Größe soll die Box haben?

Hr. Maurer will die Box direkt hinter das Fahrerhaus stellen. Er misst also die Innenbreite der Pritsche, damit der Platz optimal ausgenutzt wird. Die Höhe der Box soll bis zur Unterkante des Fahrerhauses reichen. So kann er auch während der Fahrt durch den Rückspiegel beim Heckfenster raussehen. Bezüglich der Tiefe ist er noch unsicher. Er möchte verschiedenste Werkzeuge transportieren. Schließlich nimmt er seinen größten Werkzeugkoffer und berechnet die Box etwas tiefer. Nun hat er Maße von 1900mm x 560 mm x 650 mm.

Kosten-Kalkulation des Eigenbaus

Als Eigenkonstruktion wählt Hr. Maurer eine geschweißte Alu-Riffelblech-Box mit Vorhangschlossverriegelung und kalkuliert mit einer Aufspreizstange als Deckelhalterung.

Planungszeit

€ 60,-

Material (Alu-Riffelblech, Verriegelung, Aufspreizstange, Kleinmaterial etc.)

€ 330,-

Bauzeit (Blechbearbeitung, Schweißen, Zusammenbau, etc.)

€ 480,-

Montagezeit

€ 55,-

Summe

€ 925,-

Diese Angaben sind nur als grobe Richtwerte zu betrachten. Jeder muss sich seine Kalkulation selbst genau überlegen. Dabei ist wichtig, dass man auch wirklich alle wichtigen Punkte in der Kalkulation berücksichtig und sich diese nicht „schönrechnet“.

Worauf hat Herr Maurer beim Eigenbau der Box nicht geachtet?

Dichtheit

Er hat vergessen, dass die Box im Freien und daher auch bei Regen unterwegs sein wird. Weil sein Deckel gerade ist, kann hier auch Regenwasser schlecht ablaufen, so läuft ihm immer das stehende Wasser in die Box. Die Transportbox ist nicht regen- und spritzwasserdicht und hat keinen schrägen Deckel. Die meisten Hersteller achten auf diese Kriterien.

Tragkraft

Hr. Maurer hat leider keine Ahnung, wie viel Tragkraft seine Box tatsächlich hat. Er kann dies nur aufgrund des Materials einschätzen. Gewissheit hat er aber erst, wenn er die Werkzeugbox z.B. vom TÜV prüfen lässt. Der Aufwand ist ihm allerdings zu groß und zahlt sich für ihn nicht aus. Wenn er die Box überlädt und es geschieht dadurch ein Unfall, ist mit hohen Strafen zu rechnen.

Praxis

Da die Transportbox öfter auf und zugemacht wird, ist eine Aufspreizstange nicht ideal. Wie bei der Motorhaube bei gängigen Autos muss die Stange immer aufgespreizt werden. Für den häufigen Gebrauch der Box ist eine Gasfeder besser geeignet. Dadurch kann der Deckel einfach geöffnet und geschlossen werden, ohne ständig die Aufspreizstange anzubringen.

Das Vorhangschloss ständig entfernen zu müssen, nervt Herrn Maurer, er tauscht es aus auf einen Drehriegelverschluss mit Rundzylinder.

Ladefläche der Pritsche

Die Werkzeugbox vom Bauunternehmer ist fix auf dem Fahrzeug montiert. Er hat nicht bedacht, dass er gelegentlich auch mehr Material transportieren muss und somit die komplette Ladefläche seines Pritschenfahrzeugs benötigt. Hersteller wie z.B. LogicLine bieten hier einzigartige Lösungen an. Mittels eines Schnellmontagsystems ist es möglich, die Werkzeugbox rasch von der Pritsche zu demontieren. Durch zusätzliche Staplerfüße oder einer Kranhebevorrichtung kann Hr. Maurer die Box, auch voll beladen, leicht runternehmen.

Form

Das Design der Box hat Hr. Maurer nicht ins Auge gefasst. Er meint, es ist egal wie die Box auf seiner Pritsche aussieht. Dass das Fahrzeug als Visitenkarte dient, die jeder Kunde und viele Interessenten zu sehen bekommen, vergisst er in dem Moment. Hauptsache alles ist geordnet und gesichert. Im Innenraum bieten sich noch Fächer an. So fliegen die Werkzeuge nicht von links nach rechts und sind formschlüssig gesichert. Das will Hr. Maurer nachträglich einbauen.

Preisvergleich

Der selbsternannte Boxenbauer hat zwar das Material und die Arbeitszeit knapp kalkuliert, ist aber in die Falle getappt. Er hat vergessen, die Eigenbaubox mit Boxen von professionellen Herstellern zu vergleichen. Die Produzenten können aufgrund der Menge deutlich niedrigere Preise für Material berechnen und so die Transportboxen günstiger verkaufen, als der Prototyp von Hr. Maurer ausmacht.

Sonstiges

Als Konstruktion wurde eine Schweißverbindung gewählt. Bei der Fahrt kann es hier zu rissen kommen, weil sich die Werkzeugkiste nicht mitbewegen kann. Besser wäre hier eine verschraubte-Schweißkombination.

Fazit

Der Eigenbau war im Nachhinein gesehen Unsinn, Hr. Maurer hätte sich viel Arbeit erspart, wenn er Angebote von Herstellern eingeholt hätte. Alternativen zu Eigenbauboxen gibt es ausreichend. Hersteller gehen immer mehr auf die Wünsche der Kunden ein. Sie produzieren Boxen, die für alle gängigen Fahrzeugmarken passen. Es gibt, abgesehen von reinen Deckelboxen, noch weitere Varianten. Die Werkzeugbox kann z.B. mit seitlichem Rollladen ausgestattet werden, so werden Arbeitsabläufe effizienter gestaltet. Sie müssen nicht extra auf das Fahrzeug raufsteigen, um Ihr Werkzeug aus der Box zu holen. Seriöse Produzenten lassen auch gleich eine Prüfung durchführen, damit eine bestimmte Zuladungsangabe garantiert werden kann. So hat der Kunde keine Mühen mehr und ist auf der sicheren Seite.

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