Lärmpegel

Nicht ohne Gehörschutz!

Lärmschwerhörigkeit ist die häufigste Berufskrankheit am Bau. Durch den Einsatz von Gehörschutz können irreparable Gehörschäden vermieden werden. Gehen Sie kein Risiko ein und schützen Sie Ihr Gehör!

Wann wird Lärm zum Risiko für das Gehör?

Wenn ein Gehörschaden einmal entstanden ist, dann ist dieser unheilbar! Meist ist es ein schleichender Prozess und die Schädigung des Gehörs entsteht unbemerkt und über einen längeren Zeitraum hinweg. Doch bemerkt man erst einen Gehörschaden, ist es meist zu spät und die Folgen sind irreversibel.

Die Grenze der Gehörschädigung liegt bei 85 db(A) bezogen auf den achtstündigen Arbeitstag. Der Lärmpegel von 85 db(A) ist vergleichbar mit dem Geräuschpegel einer Hauptverkehrsstraße.

Folgende Messwerte müssen unterschieden werden:

Die Messgröße „dB (Dezibel)“ wird als Schalldruckpegel bezeichnet. Der Schalldruckpegel beschreibt die Stärke eines Schallereignisses, aber die vom Menschen wahrgenommene Empfindung der Lautstärke wird bei diesem Messwert nicht berücksichtigt.

Bei dem Messwert „dB(A)“ spricht man von Dezibel, bewertet mit dem Frequenzfilter A (ugs. bewerteter Schalldruckpegel). Es ist die Maßeinheit des Schalldruckpegels (ugs. Geräuschpegel) nach der international genormten Frequenzbewertungskurve A. Hierbei wird das Frequenzspektrum des Schallereignisses mit einbezogen und in Bezug auf die menschliche Wahrnehmung bewertet. Für die Beurteilung des Messergebnisses muss die Entfernung zwischen Schallereignis und Messpunkt angegeben werden.

Zu beachten sind nicht nur die Lautstärke und die Entfernung, sondern auch die Einwirkzeit auf den Menschen, also die maximale wöchentliche Lärmbelästigung:

Wer 15 Minuten einem Pegel von 100 dB ausgesetzt ist, hat bereits sein „Tagespensum“ an Lärm erreicht!

Bei welchen Arbeiten sollte ein Gehörschutz getragen werden?

Ganz egal ob beim Arbeiten mit der Schleifmaschine, Kettensäge oder Schlagbohrmaschine, der Schallpegel ist schon nach wenigen Minuten bzw. sofort zu hoch und Sie setzten sich der Gefahr eines Gehörschadens aus.

Ab 80 db(A) muss gemäß der EU-Richtlinie „Lärm“ ein Gehörschutz zur Verfügung gestellt werden. Ab 85 dB(A) ist ein Gehörschutz verpflichtend zu tragen! 

In der folgenden Tabelle sind einige Beispiele aus dem Arbeitsleben angeführt. Während eine Handsäge einen Messwert ab 85 dB(A) erzielt, so entsteht bei einer Kettensäge bereits ein Messwert ab 120 dB(A).

Gehörschädigung

Wie wirkt sich die Anzahl der Lärmquellen aus?

Doppelte Schallintensität (+3 dB) bedeutet doppeltes Gehörschädigungsrisiko! 8 Stunden mit 85 dB(A) sind genauso schädlich wie 4 Stunden mit 88 dB(A) oder 2 Stunden mit 91 dB(A). Auch die Anzahl der Lärmquellen spielt eine Rolle. Zwei gleichartige Lärmquellen bedeuten die zweifache Energie und somit 3 dB mehr.

Beispiel – 2 gleichartige Lärmquellen:

Ist man gleichzeitig einem Lärmpegel eines Kompressors (85 dB) und einer Handsäge (85 dB) für 8 Stunden ausgesetzt, so ergibt sich ein Expansionspegel von 88 dB.

Durch den richtigen Gehörschutz wird eine Lärmminderung von 15 bis 20 dB(A) erzielt.

Welcher Gehörschutz ist der Richtige?

Es gibt drei verschiedene Arten von Gehörschutz: Gehörschutzstöpsel, Kapselgehörschutz und Bügelgehörschutz.

Gehörschutzstöpsel eignen sich in allen Fällen, in denen über einem längeren Zeitraum oder während der gesamten Arbeitszeit Gehörschutz getragen werden muss.

Kapselgehörschutz ist empfehlenswert, wenn man Lärm nur kurzfristig ausgesetzt ist oder wenn der Anwender Gehörschutzstöpsel als unangenehm empfindet.

Bügelgehörschützer können getragen werden, wenn häufiges Auf- und Absetzen des Gehörschutzes beim Arbeiten notwendig ist. Allerdings ist die Dämmleistung meist nicht so stark wie zum Beispiel bei Ohrstöpseln.

Mehr über die Eigenschaften der verschiedenen Gehörschutz-Typen und die jeweilige Dämmleistung dieser, erfahren Sie hier.


Gehörschutz sollte Bestandteil der persönlichen Schutzausrüstung sein und bei der Arbeit über 80 dB(A) zum Schutz des eigenen Gehörs getragen werden!


 

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